Eine Reise nach Berlin

Im Rahmen des Projektes Hatikwa machten Mädchen unserer Gemeinde eine zweitägige Reise nach Berlin, begleitet von der Projektleiterin Inna Meschewowa und ihrer Lehrerin Swetlana Motaewa.

Am ersten Tag machten sich die Mädchen mit der Stadt bekannt und besuchten die jüdische Mädchenschule Midrasch. Frau Hawa, eine Mitarbeiterin der Schule, erläuterte den Gästen das Programm der in Deutschland einzigartigen Einrichtung, die Mädchen aus ganz Deutschland offen steht. Im sechsmonatigen Rhythmus bekommen sie hier Unterricht in Religion und der Geschichte des jüdischen Volkes, aber die Treffen hier bieten mehr: Diskussionsrunden, gemeinsame Mahlzeiten und abends auch Kulturveranstaltungen. Darüber hinaus kann man täglich online am Unterricht und Diskussionen teilnehmen. Aktive Lerner fahren am Ende des Schuljahres, in den Sommerferien, für zehn Tage in die USA.

Nach der Präsentation des Programms konnten die Mädchen unserer Gemeinde am planmäßigen Unterricht von Rabbiner D. Fabian zum Thema Sabbat teilnehmen. Die Stunde verlief sehr interessant; die Mädchen hatten viele Fragen, und der Rabbiner gab gern ausführliche Antworten.

Im Anschluss an den gemeinsamen Unterrricht konnten sich die Gäste und die Teilnehmerinnen des Programms erst bei einem Treffen in ungezwungener Atmosphäre und später beim Abendessen kennen lernen.

Der zweite Tag stand unter dem Motto „Das jüdische Berlin“ - es ging ins Scheunenviertel, ein ehemaliges Zentrum des jüdischen Lebens in Berlin. Hier besuchten die Mädchen die neue Synagoge, das Jüdische Museum und den jüdischen Friedhof.

Die Reise nach Berlin bot den Mädchen viel zum Mitnehmen: Sie bekamen einen Einblick in das jüdische Leben dieser Stadt, erfuhren viel Neues über die Geschichte und Traditionen der Juden, knüpften interessante Bekanntschaften.

Das Projekt Hatikwa läuft in unserer Gemeinde seit 2013. Teilnehmen können daran Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren. Im Unterricht bekommen sie die Möglichkeit, sich mit der jüdischen Kultur vertraut zu machen, über die Stellung der Frauen im Judentum zu erfahren, sie lernen das richtige Zeremoniell der Feste und vieles mehr. Für das Projekt wurde eine Küche eingerichtet, die voll und ganz den Kaschrut-Vorschriften entspricht. Hier lernt man, traditionelle bucharische Gerichte zuzubereiten und zu backen, und macht sich mit der Küche verschiedener Nationalitäten bekannt. Auf dem Lehrplan finden sich auch andere – nicht weniger wichtige – Grundlagen wie Nachhaltigkeit und Eindecken: Den Mädchen wird beigebracht, wie man Lebensmittel sinnvoll nutzt, den Tisch schön und richtig deckt und die Speisen kunstvoll anrichtet.