Pessach: das Fest der Freiheit

In unserer Synagoge fand eine Pessach-Feier statt.

Der Sederabend (Osterabend) ist eines unserer höchsten Feste im Jahr. Es ist ein Abend, an dem sich der Geist erhebt, an dem gesungen und dem Allmächtigen gedankt wird. Zum Pessach-Mahl kamen wir in der Synagoge zusammen. In einer warmen und wohltuenden Atmosphäre lasen wir Gebete und tranken, wie es sich gehört, vier Gläser Wein.

Schön gedeckte Tafeln mit allen dazugehörigen Gerichten standen für Gäste bereit — etwa 100 Menschen kamen, um zusammen dieses wichtige Fest zu zelebrieren. Erwachsene, junge Leute und Kinder feierten bin in die späten Abendstunden wie eine große Familie, in der es lustig und laut zugeht.

Wie es die Tradition verlangt, lasen wir Gebete, sagten Trinksprüche auf und hörten voneinander viele gute Worte. Die Vorstandsmitglieder wünschten allen Gästen Gesundheit, Erfolg und frohe Pessach-Tage.

Warum wird Pessach als ein Fest der Freiheit bezeichnet? Freiheit wurde dem jüdischen Volk erst nach einem langen Weg durch Sklaverei, Erniedrigungen und Entbehrungen zuteil. Pessach wurde zum Symbol unserer Freiheit. Am Morgen des 15. Nissan verließen mehrere Millionen Juden Israel und befreiten sich vom egyptischen Joch. Mit Gottes Hilfe kamen sie zum Berg Sinai, um eine wertvolle Gabe vom Allmächtigen zu bekommen: die heilige Tora-Rolle, die unser großes geistiges Vermögen darstellt: Es sind Gebote und weise Belehrungen, Tradition und Erbe unserer Vorfahren.

Vom 15. bis 21. Nissan feiert man Pessach. Zum ersten feierlichen Abendmahl essen wir Matze als Andenken an die Befreiung des jüdischen Volkes, Bitterkraut als Andenken an das bittere Leben der Juden in Ägypten. An den Pessach-Tagen ist Chametz (Gesäuertes) Tabu. Matze wird unter Einhaltung aller Vorschriften zubereitet, besonders wichtig ist dieses ungesäuertes Brot an den ersten zwei Pessach-Abenden. Natürlich fanden sich Matze und Bitterkraut auch auf unseren Tischen zu der Feier von Pessach. An diesem Abend beten wir und fragen uns, ob wir streng genug mit sich selbst sind, ob wir alle Gebote befolgen und wie wir sein müssen, um all die Gaben, die uns einmal zuteilwurden, wert zu sein.

Wir gratulieren allen noch einmal zu diesem wunderbaren Fest!