Bergen-Belsen: Erinnerung, Verantwortung, Zukunft ...

15. April 2018
Am 15. April einem Sonntag fand die Gedenkveranstaltung zum 73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen statt. Bis 1945 wurden hier etwa 20.000 Kriegsgefangene, meist aus der Sowjetunion, und mehr als 50.000 Gefangene getötet.

Unter den 120.000 Häftlingen aus Bergen-Belsen gab es etwa 3.500 Kinder unter 15 Jahren aus fast allen europäischen Ländern. Die meisten Kinder in diesem Konzentrationslager waren Juden, andere gehörten den Sinti und Roma an oder waren aus politischen Gründen mit ihren Müttern eingesperrt. Während der Existenz des Lagers wurden hier mehr als 50.000 Gefangene getötet. Hier in Bergen-Belsen ist die weltberühmte Jüdin Anne Frank gestorben.

Neben der Überlebenden Prof. Dr. Janine Marx-Moyse sprachen auch der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, Dr. Andreas Eberhardt. Der Jugendchor Juventis aus Celle trat auf. Die Namen der ehemaligen Häftlinge des Lagers, die im vergangenen Jahr gestorben waren, wurden vorgelesen. Zu Ehren der Erinnerung an die Toten sind mehrere Überlebende aus Deutschland, Frankreich, Israel, Ungarn, den USA und den Niederlanden angereist.

>Das Leitthema der Feier dieses Jubiläums war das Thema: "Kinder in Konzentrationslager".“Gedenken braucht Wissen und soll nicht in Ritualen erstarren”, sagt Stiftungs-Geschäftsführer Jens-Christian Wagner. “... Kinder waren in den Konzentrationslagern die am wehrlosesten Opfer, und auch als Überlebende litten sie nach dem Krieg bis ins hohe Alter unter spezifischen Traumata.”

Am jüdischen Mahnmal sprach Menachem Rosensaft, als Vertreter der im DP-Camp Geborenen. Jüdische Gebete (Kadish und El Male Rahamim) wurden gesungen.

Die Veranstaltungen wurden vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens, der Niedersächsischen Landesregierung und der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten vorbereitet. In der Gedenkstätte wurde die gleichnamige Ausstellung eröffnet, die 20 überlebenden Gefangenen, ihren Erinnerungen und ihrem späteren Leben gewidmet ist. An der Gedenkfeier nahmen die Vertreter des jüdisch-bucharisch-sephardischen Zentrums in Hannover teil, die von dem Vorstandsvorsitzenden Yuri Motaev und dem Rabbiner Yafim Aminov geleitet wurde. Im Auftrag der Gemeinschaft wurden Kränze an der Gedenkmauer und am Denkmal für die getöteten Juden aufgestellt.

Text und Fotos: Maria Drozdetskaya