Das Fest des Frühlings und der Freiheit

Einen glücklichen Tag der Befreiung der Juden aus der Sklaverei in Ägypten und des Werdens der Juden zum Volk feiert man zum Frühlingsfest Pesach. In diesem Jahr begann das Pesachfest mit dem Sonnenuntergang am 18. April. Die bucharischen Juden Hannovers beteten und beglückwünschten einander an diesem Tag im Raum ihrer Gemeinde. Eine besondere Atmosphäre des "Seders", des ersten Abends des Festes wurde sorgfältig und gründlich geschaffen. Das Frühlingsfest Pesach ist das wichtigste jährliche Fest im jüdischen Kalender, es wurde zum Andenken an den Exodus, die Abwanderung der Israeliten aus Ägypten eingeführt. Alle mit diesem Fest verbundenen Riten erinnern uns an dieses Ereignis. Laut jüdischem Gesetz darf man während des Pesachfestes nur das ungesäuerte Brot, also Matza essen. Eben diese Sorte Brot backte die Juden an den Tagen ihrer Flucht aus der ägyptischen Sklaverei. Sie konnten in der Eile nicht warten, bis der Hefeteig aufgeht, und machten Brot aus dem ungesäuerten Teig.

Alle Hauptgebote dieses Festes wurden unter der Leitung von Ari Malaev, dem Kantor der jüdischen bucharischen Gemeinde erfüllt. Die Gemeinde besorgte frühzeitig alles Nötige für die traditionelle Begehung des Pesachs, und zwar sowohl Matza, als auch koscheres Fleisch und koscheren Wein. Frauen arbeiteten unermüdlich, sie bereiteten Speis und Trank für das festliche Mahl zu. Verbindliche Nahrungsmittel auf dem Tisch an diesem Tag sind gekochte Eier, Kartoffeln, Zwiebeln, Kohl und bittere Kräuter (Maror), die uns an das schwere Los der Juden in Ägypten erinnern. Darüber hinaus wurde eine süße Paste (Charosset) aus Nüssen, Dörrobst, Gewürzen und lieblichem Wein zubereitet, sie symbolisiert den Lehm, aus dem die Sklaven Ziegel auf den Baustellen des Pharaos formten. Es stand auch das Salzwasser auf dem Tisch — als Symbol für Tränen, die von den jüdischen Sklaven in Ägypten vergossen wurden. Den Besonderheiten der bucharischen Küche kann man folgende Speisen zurechnen: Auberginnensalat und gedämpfter Reis mit Fleisch und Gemüsen (Bachsch). Der Vorsitzende der Gemeinde bedankte sich bei allen, wer beim Veranstalten des allen Kanons des Pesachs entsprechenden Festes geholfen hatte, und gab seiner Hoffnung darauf Ausdruck, dass alle Mitglieder der bucharischen Gemeinde sich auch künftighin aktiv an ihren Leben beteiligen würden.