Lag-ba-Omer in unserer Gemeinde

Familiär warm und fröhlich beging unsere Gemeinde das Lag-ba-Omer-Fest. Wettbewerbe, Sportspiele für Erwachsene und Kinder, Lagerfeuer mit koscherem Essen und eine Bastelstunde für die Kleinen standen auf dem Programm.

Nachdem sich alle in einen Kreis aufgestellt hatten, erinnerte der Kantor der Gemeinde, Ari Malaev, die Versammelten an das Wesen und die Bedeutung von Lag-ba-Omer und rief eine Verlosung für den wohl symbolträchtigsten Moment dieses Tages aus.

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Lag ba Omer wird die Feuer anzünden

Am 22. Mai feiert man traditionsgemäß das Fest Lag ba Omer. Auch unsere Gemeinde bereitet sich auf dieses Fest vor — nach Tradition werden wir an diesem Tag das Feuer anzünden. Die Geschichte des Festes Lag ba Omer nimmt seinen Anfang in der Zeit, als der Tempel von Jerusalem noch existierte. Das hebräische Wort "Omer" bedeutet "eine Garbe". "Omer" ist auch eine Maßeinheit, mit der man in den alten Zeiten eine für einen Tag genügende Anzahl Korn für jeden einzelnen Menschen feststellte. Am zweiten Tag des Pesachfestes gehörte es sich, eine bei jeder neuen Ernte gebundene Gerstengarbe im Tempel zum Geschenk für G-tt zu machen. Es war ein erster "Omer". Am nächsten Morgen sprach man ein Dankgebet und verehrte dabei G-tt für die Ernte, dann begann man, "die Tage des Omer" abzuzählen. Es gibt insgesamt 49 "Omertage" — vom Pesach bis zum Schawuot, entsprechend der Anzahl der Tage von der Abwanderung der Juden von Ägypten bis zum Erhalten der Tora. Jeder Tag hat seine eigene Ordnungszahl. Am fünfzigsten Tag brachte man den zweiten Omer in den Tempel, und zwar die bei der neuen Ernte gebundene Weizengarbe. Der Tora gemäß ist die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Omer mit einer Menge von Einschränkungen verbunden. Man nennt sie den Zeitraum des Zitterns (vor dem Urteil G-ttes) und der Hoffnung, weil während dieser sieben Wochen sich das Schicksal des ganzen Jahres entscheidet, nämlich: Ob es ein gutes Erntejahr wird oder nicht. Nur am dreiunddreißigsten Tag des Abzählens der "Omertage", also am Tag des Lag ba Omer, sind viele Einschränkungen aufgehoben, die den Juden während dieser vergangenen und voll Unruhe gewesenen sieben Wochen auferlegt wurden. Es gibt zwei Deutungen des Brauches, am Lag ba Omer, also am 18. Ijar, die Feuer anzuzünden. Die erste von ihnen beruht auf dem Zusammenhang zwischen dem Aufstand von Bar-Kochba und dem Fest Lag ba Omer. Die Aufständischen zündeten die Signalfeuer auf den Berggipfeln an, um dadurch den anderen Juden die Nachricht über den Beginn des Aufstands zu übermitteln. Die Feuer, die man heutzutage am Lag ba Omer anzündet, werden als Erinnerung an jene Signalfeuer gemacht. Eine andere Deutung ist mit so einer Persönlichkeit wie Rabbi Schimon Bar-Jochai verbunden. Rabbi Schimon Bar-Jochai lebte im zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, in der Periode des Aufstands von Bar-Kochba. Der Babylonische Talmud enthält die Erzählung über das Leben von Schimon Bar-Jochai. Er war einer von Gegnern der römischen Macht, deshalb war er gezwungen, vor seinen Feinden zu fliehen und sich mit seinem Sohn zusammen in einer Höhle zu verbergen. Es dauerte zwölf Jahre, bis der römische Kaiser starb und die Verfolgungen der Juden aufhören. Dem kabbalistischen Buch "Sohar" entsprechend stand das Haus von Rabbi Schimon Bar-Jochai am Tag seines Todes in Flammen. Daher ist es ein alter Brauch, als Andenken an diese Flammen die Feuer anzuzünden.

Feiertag der Freudenfeuer

Reigentänze um das Lagerfeuer, Bogenschießen, Lächeln, Lachen und gute Wünsche — Lag ba-Omer. Funkelnd, familiär und warm, frühlingshaft — so war dieses Fest schon immer...

Unsere Gemeinde hat das bevorstehende Lag ba-Omer sorgfältig geplant: Wettbewerbe und Spiele für Kinder und Erwachsene wurden vorbereitet, ein passender Platz für das Lagerfeuer ausgesuchst, koscheres Essen eingekauft. Und am Sonntag kamen wir endlich in unserer Synagoge zusammen.

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