Die Gabe der Tora

Schawuot heißt das Wallfahrtsfest, das am 50. Tag nach Pessach die Gabe der Tora feiert. Dieses Wort bedeutet auch Wochen... Sieben Wochen nach dem zweiten Pessach-Tag, und es beginnt die Weizenernte und Moses erhält auf dem Sinaiberg zwei Tontafeln mit zehn Geboten...

An diesem Tag trägt man die Torarolle durch die Synagoge und liest die Geschichte der Gabe vor, den Text der zehn Gebote und das Fragment darüber, wie Schawuot richrtig gefeiert wird.

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Das Fest der Übergabe der Thora

Am 7. Juni dieses Jahres, am Abend, fängt das Schawuotfest an — das Fest der Übergabe der Thora. Man begeht es am 6. Tag des jüdischen Monats Siwan (am 8. Juni). In Israel ist das ein gesetzlicher Feiertag. Auch in unserer Gemeinde werden wir an diesem Tag beten, die Thora lesen und uns zu einem festlichen Mahl versammeln. Wir erinnern Sie kurz an die Anfänge des Festes Schawuot. Es ist vor allem das Fest der Übergabe (des Schenkens) der Thora als moralischen Gesetzes dem jüdischen Volk. In der hebräischen Sprache bedeutet das Wort "Schawuot" die "Wochen", das heißt die sieben Wochen, deren Abzählung von dem zweiten Tag des Pessachs an beginnt. Laut Überlieferung erhielt Moses (Mosche) an diesem Tag am Berg Sinai die Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten. Das Fest hat noch zwei Namen, nämlich "Bikurim" und "Azeret". Das Fest Schawuot feierte man am Anfang der Zeit der Weizenernte. Im Altertum brachte man an diesem Tag im Tempel von Jerusalem die Weizenähren von der neuen Ernte als die zweite Gabe dar. Aus dem frisch gemahlenen Weizen backte man zwei Brotlaibe und trug sie in den Tempel. Als zweites Opfer brachte man die besten Erstlingsfrüchte und das frischeste Obst dar. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass dieses Fest als Fest der Bikurim (das der Erstlinge) bezeichnet wurde, weil die Juden bei sich immer die "Erstlinge des Ertrags ihres Bodens" hatten, wenn sie in den Tempel kamen. Im Talmud verwandte man in der Regel das Wort "Azeret" bei der Bezeichnung des Schawuotfestes. Dieser Name spiegelt die Idee wider, dass das Schawuotfest die Endphase des Pessachs sei. Dieser Idee gemäß sei es sein "achter Tag", den man aber erst sieben Wochen später feiert. Heutzutage trug man in Synagogen am Schawuot die Thorarollen heraus und las die Erzählung über die Übergabe der Thora vor sowie den Text der Zehn Gebote und einen Abschnitt, wo über die Gesetze der Begehung des Schawuots im Tempel erzählt wird. Bei der Organisierung des festlichen Mahls bezieht man am Schawuot unbedingt milchige und Mehlspeisen ein. Dieser Brauch nimmt seinen Anfang am Tag der Überreichung der Thora. Als die Juden vom Berg Sinai in ihr Lager zurückkehrten, begnügten sie sich mit dem milchigen Essen. Seitdem isst man am Schawuot vor dem Mittagessen etwas aus der milchigen Küche und zollt damit Tribut der Vergangenheit. Danach werden feierliche Fleischgerichte aufgetragen.