Purim und seine magische Fröhlichkeit

Bunt und heiter war es. Karnevalskostüme, Zaubereien, Quizshows, Tombola und ein Feuerwerk von Eindrücken brachte uns das fröhlichste jüdische Fest.

Die Hauptakteure dieses Tages waren Kinder. Sie zeigten den Zuschauern ein Theaterstück, das dem Fest gewidmet war. Mit umfangreichem Programm trat auch der Chor der Sonntagsschule auf. Hier erklangen „Chag Purim“, „Wesnjanka“, „Ani Purim“, „Alphabet“, „If You're Happy“, „Yom Tov Lanu“.

Weiter folgte eine Zaubershow. Gebannt schauten die Kinder den magischen Tricks zu, und das nicht nur von den Zuschauerplätzen aus: Mitunter waren sie selber Teil der Tricks mit dem Verschwinden und dem Wiederauftauchen von Gegenständen. Die Freude über die erstaunliche Darbietung hatte keine Grenzen.

Michail Davidov, Vorsitzender des Gemeinderates, wünschte allen ein frohes Fest und erinnerte an die Wurzeln des Festes: Seit dem Sieg über die Intrigen von Haman, der Juden vernichten wollte, sei viel Zeit vergangen, und doch seien Juden seitdem oft in Gefahr für Leib und Leben gewesen. Aber sie hätten überlebt und ihre Religion und ihre Bräuche über die Jahrhunderte bewahrt. Jafim Aminov, Rabbiner unserer Gemeinde, beglückwünschte ebenso alle zu Purim und stellte die Gäste des Festes vor: den Rabbiner Rafael Balchiev, der aus Israel angereist war, und den Chasan und Sänger aus Wien Natan Molaev. Molaev sagte, er sei froh, an so einem Tag in unserer Gemeinde zu sein, und er bewundere die Synagoge und die Menschen, die er hier kennenlernen konnte. Er wünschte allen Gesundheit, Glück und das Wissen von Tora-Kundigen. Das Ratsmitglied Juchanan Motaev freute sich, Kinder in der Synagoge zu sehen: „Es ist schön zu erleben, dass wir hier viele Kinder haben, dass die Synagoge nicht leer steht und dass nach uns weitere Generationen kommen werden.“

Natürlich wurde auch die Esther-Rolle vorgelesen, und anschließend konnten alle eine Vielfalt von hausgemachten Gerichten genießen. „Hamans Ohren“, die traditionellen Plätzchen, durften auch dieses Mal nicht fehlen. Am Ende des Abends gab es Geschenke für die Kinder.

Das festliche Mahl und der Karneval dauerten noch bis in den späten Abend hinein. Trinksprüche wurden ausgebracht, und das Lachen von Erwachsenen und Kindern erfüllte jede noch so kleine Ecke – es war ein wunderbarer Abend des Zusammenseins.