Die Freuden des Purimfestes

Das herrliche Fest Purim wurde in unserer Gemeinde am 8. März gefeiert. Karnevalskostüme, eine Theateraufführung, eine Darbietung des Kinderchors, eine lustige Verlosung — all das und auch vieles andere schufen eine unvergessliche Atmosphäre des Purimfestes. Purim ist das fröhlichste Fest von allen jüdischen Festen. Vor vielen Jahrhunderten errettete die mutige Königin Esther die Juden vor den grausamen Intrigen von Haman. Von diesem Zeitpunkt an stellt Purim die Zeit dar, sich darüber zu freuen und an diese Geschichte zurückzudenken, die Zeit, ein fröhliches Festmahl dem Sieg des Guten über das Böse zu Ehren zu veranstalten.

In unserer Gemeinde gingen die langen und sorgfältigen Vorbereitungen vor sich auf das Fest. Wir wollten sehr, dass alle Menschen, die an diesem Tag in die Synagoge kommen würden, eine heitere Frühlingsstimmung des Purimfestes so fühlen könnten, wie es sich gehört. Die Kinder verkleideten sich, sie zogen sich verschiedene Karnevalskostüme an. Wen wir nicht alle auf unserer Feier sahen! Es gab Piraten, Feen, Zauberinnen, Soldaten in den "Sternenkriegen", Räuber und viele andere Vertreter der Märchenwelt. Die Ansagerin Rebekka und der Ansager Daniel erinnerten alle Gäste an die Hauptmomente der längst vergangenen Ereignisse, die unter der Regierung des Königs Achaschwerosch im Persischen Reich geschahen. Danach wurde ein kleines Quiz für unsere Kinder veranstaltet — sie konnten ihre Kenntnisse der gerade angehörten Geschichte, sowie die der Bedeutung des Purimfestes, seines tiefen Sinnes prüfen. Die aktivsten Kinder wurden sofort mit Geschenken ausgezeichnet. Das Fest wurde mit der Darbietung des Kinderchors der Gemeinde fortgefahren. Dieser Chor ist von Marina Sereda geleitet. Die Kinder sangen vergnügt und einträchtig vor, ihr fröhliches Lied über Purim ließ keinen Zuschauer gleichgültig, und alle sangen es mit Vergnügen mit. Dann begann die Theateraufführung, die von der Gruppe von jungen Schauspielern unter der Leitung der Theaterpädagogin Irina Afanas’jeva vorbereitet worden war. "Die einige und feine Familie" — so nannte sich diese herrliche Inszenierung, an der auch die Mütter mit ihrer Kindern zusammen teilnahmen. Sieben Kinderlein — so klein wie sieben Fingerchen — konnten auf keinen Fall eins nach dem anderen nach Hause einen großen Zapfen bringen, um Feuer zu machen, bei dem ihnen ihre Mutter ein Mittagessen kochen würde. Wenn sie sich aber vereinigen, alle gemeinsam in den Wald gehen und schließlich diesen Zapfen aufheben, dann ist die Sache erledigt: man kann sowohl den Ofen anheizen, als auch das Mittagessen zubereiten. So ein nicht langes, aber tiefsinniges Märchen wurde an diesem Tag auf unserer kleinen Bühne aufgeführt. Es gelang den kleinen Schauspielern und ihren Müttern, ihre Rollen so rührend, lustig und hingerissen zu spielen, dass alle Zuschauer dabei geradezu entzückt waren. Der Beifall ertönte noch lange, und die Mütter bekamen Sträuße Blümen von Rosa Borukhova, der Leiterin des Frauenklubs der Gemeinde, geschenkt. Unmittelbar darauf kündigte sie den Anfang der festlichen Verlosung an, für die man interessante Preise besorgt hatte. Alsdann, anschließend an die Theatervorstellung, wurden die festlichen Tische gedeckt. Die Aktivistinnen der Gemeinde hatten alles wie immer mit eigenen Händen zubereitet. Ausgezeichnetes Gebäck, "Hamans Ohren" (Homentaschen), die man unbedingt zu Purim backt, viel Gemüse, viel Obst — alles wurde den Gästen mit Liebe und Inspiration an die Tische gebracht. Im Namen des Gemeindevorstandes hielt Michail Davydov, der Vorsitzende der Gemeinde, eine Glückwunschrede. Er wünschte allen alles Gute, alles Schöne zu diesem Fest und bedankte sich bei allen Leuten, die ihren angemessenen Beitrag zur Organisierung des Festes geleistet hatte.