Unsere Volksgruppe

Die Geschichte der bucharischen Juden beginnt mit der Babylonischen Gefangenschaft unserer Vorväter nach der Zerstörung des Ersten Tempels (586 v. u. Z.). Nach ihrer Befreiung durch die Perser erhielten die Juden Zentralasiens die Möglichkeit, in ihre Heimat zurückzukehren. Ein Teil tat das auch und baute nach der Rückkehr den Zweiten Tempel. Ein anderer Teil entschied sich im gesamten Großpersischen Reich anzusiedeln, auch in Buchara. Nach der Niederlassung in diesen Gebieten entstand ein Dialekt, der viele hebräische Wörter enthielt — ein Prozess, welcher der Entstehung des Jiddischen, eines Dialektes des Deutschen, vergleichbar ist. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die bucharischen Juden massenhaft wangsweise zum Islam bekehrt; es entstand die Gemeinde "Tschala" — heimliche Juden, die sich nach außen hin zum Islam bekannten. Infolge der unglaublichen religiösen Unterdrückung wurden zeitweise die religiösen Gefühle der Juden in dieser Region schwächer. Ende des 18. Jahrhunderts kam ein Jude marokkanischer Herkunft nach Buchara, Rav Josif Mamon aus dem Maghreb, der Spenden für die jüdische Gemeinde Zfat sammeln wollte. Nachdem er erfahren hatte, dass die jüdische Gemeinde in Buchara nahe am Verlöschen war, beschloss er zu bleiben. Dank der de Anstrengungen von Rav Mamon normalisierte sich das Religions- und Kulturleben der Juden der Stadt und dann auch der gesamten Region. Das Leben der bucharischen Juden wurde erheblich besser, nachdem Zentralasien 1860 vom zaristischen Russland erobert worden war. Damals wurde das Leben der Juden nicht nur in geistiger, sondern auch in materieller Hinsicht leichter. Die Sowjetmacht eröffnete in breiten Kreisen der Bevölkerung Zentralasiens bessere Bildungschancen. Die bucharischen Juden nahmen sich verschiedene Tätigkeiten an. Etliche wurden bedeutende Lehrer, Ärzte, Wissenschaftler, Techniker, und auch Laufleute