Eine Reise in den Harz

Ende Oktober 2011 organisierte die bucharische jüdische Gemeinde Hannover die Reise in den Harz. Kinder und Erwachsene besuchten mit Vergnügen zwei wunderbare Städte in diesem berühmten Gebirgsstock, nämlich Thale und Quedlinburg.

Sagen- und märchenreiches Thale war von den Altsachsen schon zur Zeit Karles des Großen gegründet. Es ist malerisch neben dem Kloster Windhusen (dem ältesten funktionierenden Kloster Deutschlands) gelegen, am Fuße von zwei Bergen, bei denen es sich seit den ältesten Epochen um Kultstätten handelt. Der eine Berg ist Hexentanzplatz. Darauf gibt es nicht nur einen kleinen Zoo und ein Freilichttheater ("Bergtheater", wo man oft märchenhafte Schauspiele über Hexen, Gnomen und heidnische Götzen der Germanen aufführt), sondern auch die alte Burgruine und auch verschiedenartige Denkmäler, die den örtlichen Märchenhelden errichtet worden sind. Der zweite Berg ist Roßtrappe, auf den wir mit gem Sessellift stiegen. Von diesem Berg offnet sich eine der schönsten gebirgigen Landschaften des Harzes.

Laut Überlieferung übersprang die Prinzessin Brunhilde, die sich vor dem grausamen König Bodo rettete, auf ihrem Zauberpferd das Bodetal (das zwischen diesen zwei Bergen liegt), aber ließ dabei ihre Krone fallen. Bodo konnte sie nicht einholen, er stürzte nach unten, verwandelte sich in einen schwarzen Hund und bewacht seitdem die Krone der Prinzessin. Brunhildes Pferd hinterließ eine Spur im Felsen, eben diese Spur gab dem Berg seinen Namen.

Nachdem wir bis zu dieser Trappe gegangen waren, stiegen wir hinunter zum Fuß der Berge, wo sich ein großer Park mit Vergnügungseinrichtungen für Kinder befindet. Danach begaben wir uns nach Quedlinburg. Das Zentrum dieser alten Stadt gleicht einem großen Freilichtmuseum und wurde für die Weltkulturerbe erklärt. Hier gibt es mehr Fachwerkhäuser als noch irgendwo in Deutschland. Als wir durch die Stadt schlenderten, kamen wir zuerst zum Marktplatz in der Mitte der Stadt und sahen dort das mittelalterliche Rathaus, den kleinen steinernen Ritter Roland, der die Freiheit der Stadt verteidigt, und reich verzierte Häuser auf diesem Platz. Später gingen wir durch die schmalen, romantischen Gassen, an den alten Kirchen im romanischen Stil vorbei, und stiegen auf den Schlossberg, auf dem sich das königliche Schloss und die riesengroße Stiftskirche erheben. In dieser Kirche wurde der berühmte deutsche König Heinrich, dem man den Beinamen «der Vogelfänger" gegeben hatte, beigesetzt. Von dem kleinen Garten neben dem Schloss öffnet sich eine malerische Landschaft der ganzen Altstadt. Als wir von dem Berg hinunterstiegen, sahen wir bald den König-"Vogekfänger" und seine Diener — als neuen interessanten Komplex von Denkmälern, der schon zu einem der Symbole für Quedlinburg wurde.

Wir hoffen, dass der Besuch des Harzes, der von einzigartigen Werken der Natur und von schönen Baudenkmälern voll ist, einen tiefen Eindruck auf alle Teilnehmer dieser Reise machte.