Bergen-Belsen: 74 Jahre nach der Befreiung

28.04.2019
Die Veranstaltung, die dem 74. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen gewidmet war, begann mit der Kranzniederlegung an einem Denkmal für einen Kriegsgefangenenfriedhof.

Die Zeremonie, an der deutsche Politiker und ehemalige Häftlinge des Lagers teilnahmen, wurde von Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, eröffnet. Der Kulturminister und Stiftungsratsvorsitzende Grant Henrik Tonne und der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Dr. Peter Tauber hielten ebenfalls eine Begrüßungsrede.

Eine Grundsatzrede hielt Vertreter der Organisation ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Bergen-Belsen in Ungarn. Zsuzsa Misur, die als Kind die Haft im KZ Bergen-Belsen überlebt hat. Aufgrund der Tatsache, dass ihr Onkel ein Tagebuch führte, konnte sie die Geschichte ihrer Familie, von der viele Mitglieder hier starben, detailliert nacherzählen. Vielen Dank an meine Mutter und nahe Verwandte, die uns Kinder trotz des großen Leidens beschützt haben“, sagte Zsuzsa Misur.

Die Rolle der Wehrmacht bei den NS-Verbrechen und die Deportation ungarischer Juden im Jahr 1944 waren die Hauptthemen der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers. Eine Ausstellung unter dem Titel „Aufrüstung, Krieg und Verbrechen. Die Wehrmacht und der Truppenübungsplatz Bergen“ wurde in der Gedenkstätte eröffnet.

Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, sprach in der Gedenkstätte der in Bergen-Belsen verstorbenen Juden. jüdische Gebete Kadish und El Male Rahamim wurden gesungen.

Die Kränze wurden von dem jüdisch bucharisch sefardischen Zentrum Deutschland in Hannover gestellt und zu Gedenken der Opfer hingelegt. In diesem Jahr nahm eine große Delegation von Gemeindevertretern unter Vorsitz von Juri Motaev an der Gedenkfeier teil. Darunter waren viele junge Leute. Nach dem Ende der Zeremonie besuchten sie mit großem Interesse die Ausstellung des Museums in der Gedenkstätte.

Text und Fotos: Maria Drozdetskaya